28.2.: portrait in der Berliner Zeitung v. 27.2.2010

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da muß ich irgendwie drauf antworten. dafür ist dieser blog da. es kommt ja schliesslich nicht alle tage vor, daß eine grosse tageszeitung einem fast eine ganze seite widmet, genau genommen noch nie.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0...

"vertrauen ist keine einbahnstrasse" so klingt mir noch ein satz des unsäglichen helmut kohls unser jugend nach.

auch dirk peitz, autor des portraits über mich aus der berliner zeitung v. 27.2.2010, hat mir über brüche seiner biografie berichtet. doch die gehen niemanden was an. ich hingegen will ja berühmt werden. noch viel schlimmer, mein ganzes leben gehe ich eigentlich davon aus, daß ich berühmt bin. oder was auch immer, jedenfalls kenne ich keine distanz zu ruhm. wahrscheinlich hat das mit dem narzissmus meiner eltern zu tun, aber auch der interessiert niemanden.

immerhin habe ich schonmal 30 jahre gewartet: udo jürgens seine eigenen lieder vorzuspielen, damals, 1994, um 2h morgens im Interconti Frankfurt und das war das normalste der welt für mich. so sehr war der udo mitte der 60er bei uns zuhause musikalisch-spirituelle nahrung. er hat fast angefangen zu heulen. dann habe ich ihm von meiner russischen oma erzählt und wie ihr, des deutschen nie ganz mächtig, bei "merci cherie" stets die tränen in den augen standen. niemand kann mir das wegnehmen, auch kein schreiber, jaja, wir sind alle unter beweisdruck.

und dirk peitz hat wohl eine ganz gut lesbare, gut recherchierte geschichte geschrieben. ich kann das nicht wirklich beurteilen, denn es geht in der geschichte ja um mich. ich habe ihm mein leben erzählt und er interpretiert es, hält einen spiegel vor, der sich durch seine form bricht. es wird Euch, liebe leser, aber nicht wundern, daß ich mich da drin nicht wieder finden mag. vor allem, weil ich hier als vom schicksal zu grossem erfolg als untauglich befundener dargestellt werde. weil die wurst ein stück zu hoch für mich hänge. weil ich, so wird jedenfalls insinuiert, mir aus meinem misserfolg nur mit traurigen, sehnsuchtsvollen liedern zu helfen wüsste. so ein scheiss. peitz behauptet zwar distanz, outet sich aber am ende als ministrant am altar der hohen mächte des glamours. ein missverständnis, dem schon die besten seiner zunft auf den leim gingen. das liegt aber daran, daß musik für solche menschen immer ein mysterium bleiben muss. wenn ich an so etwas wirklich glaubte, hätte ich mir schon längst den strick nehmen können, spätestens nach lektüre eines solchen aufsatzes.

eigentlich war ich sicher, daß mir dirk helfen würde, die schuhe zu zu binden. auch narzißmus? aber das interessiert hier niemanden.

robbie williams? stimmt, guy hat mir mal ein demo von "let me entertain you" vorgespielt. ich fand das so spannend wie waschmittelwerbemusik. und bis heute zum kotzen. aber der fairness halber will ich nicht weglassen, daß ich "feel" für einen geniestreich halte. ich muß, ja ich darf nicht so einseitig sein.

schöne grüße aus der schweiz.

Kommentare

ieber nikko,ich bin über

ieber nikko,ich bin über unsere wartezimmerlektüre(ich glaub, es war die brigitte...) über die empfehlung gestolpert.hab mir via amazon gleich ein exemplar bestellt und bin seit gestern wie im rauschzustand...:-)die texte, die handgemachte musik und nicht zuletzt deine unglaublich tief gehende stimme...genau das richtige gegen die  winterdepression.hab leider die konzerte der letzten wochen verpasst, bin aber am samstag beim pop-pourri for haiti dabei und hoffe, dich mal wieder zu treffen :-)) ein alter,neuer fan,katja,die ärztin
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646-563 650-180 642-145

robin hood/kommentar von till

das war und ist ein wahrlich kurzsichtiger artikel. wie dämlich zu versuchen dich als den "gescheiterten" musiker zu porträtieren, weil es ihm, dem autor, eine "story" bietet und zu versuchen daraus eine art romantische idee der unerfüllbaren hoffnung zu generieren. armselig sich in der rolle des poetischen robin hood-journalisten, der weiß wie sich das anfühlen muss, zu gefallen.

wie absurderweise tatsächlich alfred biolek einmal sagte: "gut gemeint ist wahrlich das schlimmste..." irgendwann während seiner kochshow so nebenbei. den satz hab ich mir für ewig gemerkt.

du hast gerade eine wunderbare platte komponiert, aufgenommen und veröffentlicht! da kann ich überhaupt kein scheitern, oder knapp daneben erkennen. künstlerisch ein totaler gewinn und das ist absolut die hauptsache.

artikel / berliner zeitung

ritterschlag oder sargnagel ? na herr peitz, das war wohl ein gratis-geschenk. musik ? inhalt ? seele ? geist ? nahrung ? respekt ?  ist doch wurscht ! hey dieter, ab ins verlängerte wochenende, die story sitzt. nimm dir aber " die verlorene ehre der katharina blum" mit. "cheap trick".

Peitz

Also, hust, ich finde den Artikel brillant. Der Mann (Peitz) kann schreiben wie kaum ein Zweiter Journalist und hat eine bewegende Geschichte verfasst, die, in meinen Augen, der Wahrheit erstaunlich nahe kommt. Eine so negative Wertung, wie du, Nikko, das als Betroffener empfindest, steckt da finde ich nicht drin. Im Gegenteil, der Artikel besagt, dass die Guten sich oft eben nicht an den Tropf des Mainstream hängen, es aber trotzdem verdient hätten ähnlich abzusahnen. Im übrigen könnte man in den Artikel die Namen von ca. 43 anderen musikalischen Helden einsetzen. Ich persönlich höre fast nur Musik von Leuten, die ins Blitzlicht nur mal kurz ihre Hand gehalten haben und bin inzwischen fast skeptisch, wenn ein Sänger, eine Band Erfolg hat. Hand aufs Herz: Die Masse der Musikkäufer interessiert sich nicht für Musik. Peitz ist ein Guter.

nee, hab ich nicht. das mit

nee, hab ich nicht. das mit dem schuhe nicht zubinden, das ist von mir.

ha ha!ein artikel ueber einen

ha ha!ein artikel ueber einen musiker, in dem keine musik vorkommt.zum heulen.lustig, "typ am rand des bildes, der sich gerade von der kamera wegdreht." aber wahrscheinlich hast du dir das eh selber ausgedacht.